Archiv der Kategorie Pressetexte

Kostbare Schenkung an das Landesmuseum Natur und Mensch

„Leidenschaft für Bücher und historische Themen …“

… das haben der über die Grenzen des Oldenburger Landes hinaus bekannte Forstmann und Naturschützer Eilert Tantzen aus Sage und Prof. Dr. Mamoun Fansa gemein. Zu einem ganz besonderen Anlass konnte der leitende Museumsdirektor Herrn Tantzen dieser Tage im Landesmuseum Natur und Mensch begrüßen – Prof. Fansa bekam eine kostbare Faksimile-Ausgabe des Falkenbuchs von Kaiser Friedrich II. als Geschenk für das Museum überreicht.
„Als ich in den 60er Jahren das Original im Vatikanmuseum gesehen habe, wusste ich sofort: Mit diesem Buch muss ich mich weiterhin beschäftigen,“ berichtet Eilert Tantzen. So erwarb er ein Exemplar aus der Faksimile-Auflage der Bibliothek in Graz; das Besondere daran: Die Ausgabe wurde auf 1000 Stück limitiert und die Bücher wurden in der Größe des Originals aufgelegt.
„Nach dem Besuch der Landesausstellung „Kaiser Friedrich II. (1194-1250). Welt und Kultur des Mittelmeerraums“ war für mich klar, in diesem Museum ist mein wundervolles Buch ausgezeichnet aufgehoben,“ so Tantzen weiter.

Für das Landesmuseum ist diese Schenkung ein willkommener Neuzugang, der aktuell Verwendung findet, da die vom Haus konzipierte Wanderausstellung über das Falkenbuch derzeit in der Burg zu Hagen im Landkreis Cuxhaven gezeigt wird. „Natürlich hat das Buch von Herrn Tantzen in der Ausstellung einen angemessenen Platz gefunden,“ freut sich Dr. Carsten Ritzau, der diese Schau betreut.

Zu sehen ist die Ausstellung „Von der Kunst mit Vögeln zu jagen“ in Hagen noch bis zum 31. Oktober 2010; nähere Informationen auch unter: www.burg-zu-hagen.de.
Eilert Tantzen überreicht Prof. Dr. Mamoun Fansa das kostbare Faksimile.

Wasserwelten - Badekultur und Technik

„Über den kostbaren Rohstoff Wasser:
von der Antike bis in die Neuzeit“

„Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück!“

So äußerte sich der griechische Philosoph Thales von Milet vor mehr als 2000 Jahren. Recht hat er damit bis heute behalten, denn das Thema „Wasser“ könnte vielschichtiger nicht sein. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht der Mensch im Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser: Es geht um Wassergewinnung und -versorgung, um Badekultur und die Wassernutzung in der Technik.
Über 100 Exponate aus dem In- und Ausland machen das Thema „Wasser“ lebendig und anschaulich. Sie stammen aus den frühen Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens, aus der klassischen Antike, dem orientalischen und dem europäischen Mittelalter und reichen bis in das Barock hinein.
Das Element H20 bestimmt die Menschheitsgeschichte – so zeigt diese Sonderausstellung das hoch aktuelle Thema aus historischer Perspektive. In vielen Bereichen des Lebens bediente man sich schon früh der Kraft des Wassers – Ingenieurskunst und technischen Verständnis haben besonders in der römischen Antike einen überaus großen Entwicklungsstand erreicht. Darüber hinaus spielen auch luxuriöse Badewelten im religiösen wie im alltäglichen Leben eine große Rolle. Ursprünglich sind es Ritualbäder der bronzezeitlichen Hochkulturen des Orients und der Ägäis, aus denen sich öffentliche und private Bäder als soziale Treffpunkte herausbilden.
Die Ausstellung spiegelt die Lebendigkeit und den Facettenreichtum des Mediums Wasser wider – gestern wie heute.

Nicht zuletzt sind es die Inszenierungen von technischen Errungenschaften oder imposanter Badeanlagen, die diese Sonderausstellung auszeichnen.
Begleitend zur Ausstellung ist im Verlag Philipp von Zabern ein Katalog erschienen, der zum Museumspreis von 24,90 € im Museumsshop erhältlich ist.
Mit dieser Sonderausstellung rund um diesen kostbaren Rohstoff beteiligt sich das Landesmuseum Natur und Mensch an dem Kulturprojekt „Alles fließt – zur Kulturgeschichte des Wassers“. Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm, entstanden in Kooperation mit zahlreichen Partnern in der Stadt Oldenburg, mit Vorträgen, einem Kunstereignis zum Abschluss der Schau sowie eine interdisziplinäre Tagung runden die Themenvielfalt der Ausstellung ab.

Für weitere Informationen und Bildmaterial sprechen Sie mich an - corinna.endlich@naturundmensch.de. Zudem finden Sie zusätzliche Informationen auf der website zur Ausstellung: www.wasserwelten.naturundmensch.de.

Brunnensilen aus Mamor, römisch, 2.-3. Jh. n. Chr.

Geänderte Schließzeit!

Aus betriebsinternen Gründen schließt das Landesmuseum Natur und Mensch am Samstag, 03. Juli 2010 bereits um 15:00 Uhr!

Konzert “Sky High Down Under!”

Nicht nur Fußball verbindet … Barockfestival baut Brücken
Das 7. Musikfestival SchlossAkkord inszeniert im Juni 2010
„Sky High Down Under“ in norddeutschen Museen.
Zum ersten WM-Vorrundenspiel der Deutschen gegen Australien (Gruppe D) lädt SchlossAkkord sogar zu Sport und Spiel.

Im Schlosssaal des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte am Freitag, 18. Juni 2010 um 18:00 Uhr, veranstaltet durch das Landesmuseum Natur und Mensch!
Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika spielen Deutschland und Australien in einer Gruppe gegeneinander. Das Musikfestival SchlossAkkord dagegen spannt eine Brücke zwischen Europa und Australien.
Im Mittelpunkt des traditionsreichen Barockfestivals steht diesmal mit „Sky High Down Under“ das Didgeridoo – das traditionelle australische Instrument mit einem einzigen Grundton. Die europäische Naturtrompete kann auch lediglich die Naturtonreihe über einem Grundton spielen. Jeder Ton wird dadurch erzeugt, dass man die Geschwindigkeit, mit der die Luft durch das Instrument strömt, verändert. Diese Parallele nimmt Sky High Down Under auf: Das Konzert beschreibt mit den Mitteln des Klangs den Schöpfungsmythos. Nach einem Didgeridoo-Solo kommen Trompeten und Schlagzeug nach und nach dazu. Höhepunkt ist das eindrucksvolle Konzert für sieben Trompeten und Pauken von Johann Ernst Altenburg.
„Die Inszenierung mit internationalen Spitzenkünstlern bietet für jeden etwas“, erläutert Produzentin Danya Segal, „für Barockfreunde ist das Konzert der Naturtrompeten ein Muss, besonders Australienfans dürfte der Auftritt von Aboriginal Jeremy Donovan freuen – ein unglaublich intensives Erlebnis!“
Eigens für diese Produktion wurde die bekannte australische Komponistin Elena Kats-Chernin beauftragt, ein Stück für diese einmalige Zusammensetzung der Instrumente zu komponieren. Ihre „Musik der Sphären“ bildet den imposanten Mittelteil des Konzerts.
Dieses Projekt ist eine Zusammenarbeit mit der australischen Trompeterin Susan Williams und zeigt den Clarini Trumpet Consort mit dem Didgeridoo-Spieler Jeremy Donovan als Mittelpunkt. In interaktiven Workshops erläutern die Künstler ihre Instrumente. Jeremy Donovan wird dabei auch über seine Aboriginal-Kultur berichten und Fragen beantworten.

Die Produktion Sky High Down Under steht unter der Schirmherrschaft seiner Exzellenz des Botschafters Australiens in Deutschland, Peter Tesch.

vollständige Presseinformation

Kalte Zeiten - Warme Zeiten

… neue Sonderausstellung “Kalte Zeiten - Warme Zeiten. Klimawandel(n) in Norddeutschland” öffnet ab 30. April für die Öffentlichkeit ihre Pforten.

Das Landesmuseum Natur und Mensch zeigt vom 30. April bis zum 01. August 2010 die Sonderausstellung „Kalte Zeiten – Warme Zeiten. Klimawandel(n) in Norddeutschland“.
Das Museum widmet sich damit einem Thema, das aktueller kaum sein kann:
Der Klimawandel nimmt derzeit in allen Medien breiten Raum ein. Die Berichterstattung über seine Folgen führt in der Bevölkerung zu erheblicher Verunsicherung. Eine sachliche Darstellung scheint somit dringend nötig.
In der Ausstellung werden die Ursachen und globalen Folgen des Klimawandels beleuchtet, die Auswirkungen auf das norddeutsche Küstengebiet hervorgehoben und Strategien zur Vorbeugung und Anpassung visualisiert.

Über zwei Etagen gewinnt der Besucher zunächst eine Einführung in die Thematik von Klima, Wetter, Atmosphäre und natürlichen Faktoren. Zudem ist es das Verhalten der Menschen – in den Bereichen Industrie, Energiegewinnung und Einzelhaushalt –, das an Beispielen thematisiert wird. Nicht zuletzt geht es den Ausstellungsmachern dann auch darum, Lösungswege aufzuzeigen. Schließlich kann nur die Möglichkeit, etwas positiv bewirken zu können, jeden einzelnen zum Handeln und zu einem klimafreundlichen Verhalten sensibilisieren.

Zu verschiedensten Aspekten zur Erforschung des Klimas und den Auswirkungen des Wandels kommen in der Ausstellung ausgewiesene Experten zu Wort – eigens für diese Schau gedrehte Interviews z. B. mit Prof. Dr. Mojib Latif vom Geomar in Kiel oder Dr. Renate Treffeisen vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven informieren über aktuelle Entwicklungen und über die Möglichkeiten der Klimaforschung weltweit. Viele Institutionen mit ihrem Sitz in Norddeutschland gehören zu den weltweit führenden Forschungseinrichtungen. Die Erkenntnisse ihrer Forschungen sind sehr stark in dieses Projekt eingeflossen. „Mehr als 18 Institutionen haben wir für unser Vorhaben gewinnen können“, freut sich Prof. Dr. Mamoun Fansa.

Abseits äußerst negativer Berichterstattungen setzt diese Ausstellung auf eine objektive Information über den Klimawandel, seine Folgen und Ursachen sowie über die Vielfalt der Anpassungsstrategien, lokal wie überregional. Neben den reinen „Klimafakten“ und Begriffsdefinitionen zum Klima im Allgemeinen bilden das Klimasystem der Erde, die Entwicklungen der Nordseeinseln und des Wattenmeers oder die Berichte des Weltklimarates „IPCC“ weitere Schwerpunkte.
„Und damit diese Ausstellung ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie ist, haben wir
an allen Stationen Kinderebenen eingestreut. Kindgerecht und mit lustigen Illustrationen werden Klima, Erdsystem, Wetter, Küstenschutz und vieles mehr erklärt“, so Dr. Carsten Ritzau der Kurator der Ausstellung.

Vor allem die Medien-Inszenierungen führen die Besucher emotional und visuell an das Thema heran - sie schaffen Atmosphäre. Konzept und Umsetzung hat die Firma touchmedia aus Oldenburg übernommen.

Konzipiert als Wanderausstellung kann diese Schau im Anschluss an den Standort Oldenburg von Museen in der Region Norddeutschland oder aber von Naturschutzzentren übernommen werden.
Der Begleitband zur Ausstellung, erschienen im Primus Verlag, ist im Museum und im webshop erhältlich. So auch das Kinderbuch für unsere jungen Leser aus dem Verlag Isensee.

Finanziert durch Mittel des Landes Niedersachsen wurde die Umsetzung dieser Sonderausstellung durch die finanzielle Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Höhe von 125.000,- € ermöglicht. Zu den weiteren Sponsoren gehören die Niedersächsische Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, die EWE Stiftung, die Papier- und Kartonfabrik Varel sowie die BNEAgentur Niedersachsen e. V.
Dr. Carsten Ritzau & Prof. Dr. Mamoun Fansa präsentieren die Begleitkataloge und die Ausstellung.

„Eine kindliche Moorleiche aus dem Mittelalter“

Dokumentation einer außergewöhnlichen Skelett-Moorleiche

Moorleichen gibt es viele im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg; insgesamt sind es sechs Leichen sowie das Haarteil (mit Kopfhaut) eines weiteren Verstorbenen. Ausgestellt sind im Rahmen der Dauerausstellung „Weder See noch Land – Moor – eine verlorene Landschaft“ drei komplette Moorleichen, jenes Haarfragment und der Junge von Kayhausen als Röntgenbild.

Die Moorleiche aus der Esterweger Dose wurde am 27. Februar 1939 bei Torfarbeiten entdeckt und quasi als Knochenansammlung durch die Mitarbeiter des Moorgutes Sedelsberg geborgen. Nachdem sie ans Museum in Oldenburg gelangte – damals noch Staatliches Museum für Naturkunde und Vorgeschichte – wurden fachkundige Untersuchungen an der Fundstelle durchgeführt. Diese ergaben keine weiteren Erkenntnisse – es stand fest: Man hatte ausschließlich Knochenreste eines Toten im Moor in Esterwegen gefunden; Nachweise für Weich- oder Gewebeteile bzw. Bänder des menschlichen Körpers gab es nicht.
Anthropologische Untersuchungen an dem Skelett ergaben schnell die Deutung einer etwa 1,50 m großen jungen Frau, verstorben im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Die Datierung erfolgte über die Pollenanalyse. Sie belegt ein Alter zwischen 800 und 1000 Jahren.

Um Forschungslücken zu schließen und möglichst allen „Altfunden“ die ganz eigene Biografie zurückzugeben, strebte das Landesmuseum Natur und Mensch eine Neubewertung dieser Moorleiche an. Im Frühjahr 2009 wurde sie daher dem Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg übergeben. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Klaus Püschel wurden dort osteologische Untersuchungen zur Knochendichte, zur Mikrostruktur der Knochen und zu den anatomischen Besonderheiten an der Moorleiche vorgenommen.
Hochauflösende, experimentelle radiologische Verfahren kamen zum Einsatz; genauer die etablierten Methoden der Kontaktdiographie, der peripheren quantitativen Computertomographie und der hochauflösenden dreidimensionalen Mikrocomputertomographie. Das Besondere, und das war natürlich für das Landemuseum von großer Wichtigkeit, an dem Vorgehen ist die Tatsache, dass das Skelett absolut störungsfrei, d. h. ohne Substanzverlust analysiert werden konnte. Alle Skelettanteile blieben vollständig intakt und konnten dennoch umfassend osteologisch untersucht werden!

Und im Ergebnis? Atemberaubende neue Erkenntnisse: Aus der Dame wurde ein männlicher Jugendlicher im Alter von bis zu 12 Jahren. Die Messung der Knochendichte der Arme lässt die Rechtshändigkeit der Moorleiche mit großer Wahrscheinlichkeit vermuten. Hinzu kommt eine so genannte Immobilisations-Osteoporose, d. h. ein rechtsseitiger Knochendefekt der unteren Extremitäten, der Beine. Zusammen mit dem Befund der Hüftknochen ist von einer Gehbehinderung, einem starken Humpeln des Jungen zu Lebzeiten auszugehen. Datiert wird der Verstorbene nun in die Jahre zwischen 1046 – 1164; auch die Altersbestimmung wurde neu vorgenommen.

Das Leben im Mittelalter im ländlichen Umfeld war sicherlich für einen gesunden Menschen nicht immer ein Leichtes. Mit einer körperlichen Beeinträchtigung wie jener, die dieser Befind zeigt, wird der Alltag noch viel beschwerlicher ausgefallen sein. So verwundert es beinahe, dass die Knochenstruktur des Skeletts keinerlei Mangelversorgung erkennen lässt; der Junge wurde stets gut ernährt. Das lässt auf ein gutes Sozialgefüge im unmittelbaren Umfeld des Kindes schließen. Trotz – oder vielleicht ja sogar wegen – seiner Behinderung wurde dieser junge Mensch stets gut versorgt.

Die vorliegende Veröffentlichung fasst die Ergebnisse aller Untersuchungen zusammen und beinhaltet neben einer Einführung in die Fundgeschichte der Moorleiche und den Forschungsstand zu den Moorleichen des Museums im Allgemeinen anschauliche Erklärungen zu den einzelnen Disziplinen. Erhältlich ist dieser Band (ISBN 978-3-89995-702-0) – erschienen im Verlag Isensee in Oldenburg – zum Preis von 14,80 € im Museum sowie im Buchhandel.

Mit der Moorleiche aus der Esterweger Dose zeigt das Landesmuseum Natur und Mensch einmal mehr wie sehr der Einsatz interdisziplinärer Forschungen und moderner Techniken auch an „Altexponaten“ einen spannenden Erkenntnisgewinn bringt. Unabhängig von der Fundgeschichte und der Dauer der Archivierung der Objekte im Magazin des Museums kann es immer wieder zu neuen Ergebnissen in der Wissenschaft kommen, die das Haus im internationalen Vergleich zu einem attraktiven Kooperationspartner werden lassen.
von li.: Eilin Jopp, Prof. Dr. Klaus Püschel, Prof. Dr. Mamoun Fansa, Dr. Jan Pestka.

“155 Oldenburger Köpfe”

Das Fotoalbum für den Oberdeichgräfen
Hans Christoph Peters von 1867

18 Monate zu spät gratulierte Großherzog Nikolaus Friedrich Peter am 18. März 1867 dem damaligen Oberdeichgräfen Hans Christoph Peters (1797-1868) nachträglich zu dessen 50-jährigen Dienstjubiläum, nachdem er ihm am Tag zuvor den Titel Staatsrat und das Komturkreuz des Großherzoglichen Haus- und Verdienstordens verliehen hatte. Der Vorstand des II. Oldenburgischen Deichbandes schickte ihm ein Anerkennungsschreiben, und seine Mitarbeiter, Kollegen und Freunde überreichten ihm zur Erinnerung ein Album mit 155 Porträtfotos. In der äußerst kurzen Zeit von 15 Tagen war es Oberregierungsrat Ludwig Hofmeister (1805-1885) gelungen, die vielen Bilder zu bekommen und sie in ein Album mit einem prächtigen Ledereinband einfügen zu lassen.
Über mehrere Stationen gelangte das wertvolle Jubiläumsgeschenk 1970 in das heutige Landesmuseum Natur und Mensch. Für die jetzt durch Professor Dr. Mamoun Fansa herausgegebene und mit einem Vorwort von Professor Dr. Albrecht Eckhardt versehene Faksimile-Ausgabe, die vom Verlag Isensee erstellt wurde, hat Rudolf Wyrsch aus Westerstede, ein früherer Mitarbeiter des Staatsarchivs Oldenburg, zu jedem Porträt eine Kurzbiografie verfasst, und zwar für die drei oldenburgischen Monarchen, die Peters erlebt hat, sowie für Offiziere, Staatsdiener, Landwirte, Kaufleute und Auktionatoren. Mehr als 100 der Kurzbiografien bilden gewissermaßen ein „Who’s who“ des oldenburgischen Deich- und Wegebaus um 1867.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt freundlicherweise durch die LzO und die Olldenburgische Landschaft. Zudem konnte als weiterer Kooperationspartner der Oldenburger Landesverein gewonnen werden. Erhältlich ist diese bemerkenswerte Publikation bei Isensee und im Buchhandel zum Preis von 19,80 €.

Buchpräsentation im Landesmuseum Natur und Mensch.

Gaza - vielfältige Geschichte - eine archäologische Ausstellung

„GAZA – Brücke zwischen Kulturen6.000 Jahre Geschichte“vom 31. Januar bis zum 05. April 2010 Eine archäologische Sonderausstellung von großer kultureller VielfaltWeit reichen die Spuren menschlichen Wirkens im Gazastreifen zurück – die ersten Siedlungsreste datieren in die zweite Hälfte des 5. Jahrtausends v. Chr. Bald schon existierten in diesem fruchtbaren Gebiet Kulturen mit einem hohen Maß an Mobilität und weit reichenden Handelskontakten. Gaza wurde zum Knotenpunkt des Handels- und Karawanenwege aus Mesopotamien, dem persischen Golf und Südarabien. Nicht zuletzt war dieser Landstrich dadurch auch Umschlagplatz für Produkte aus dem Orient auf ihrem Weg in den Mittelmeerraum.Die archäologischen Hinterlassenschaften zeugen weiterhin von einer Kultur, die durch ein Neben- und Miteinander vorderasiatischer, ägyptischer, griechisch-römischer und orientalischer Einflüsse geprägt ist. Es zeichnet sich eine kulturelle Diversität ab, die über Jahrhunderte hinweg erhalten bleibt und ein hohes Maß an Toleranz beweist. So blieb das christliche Leben von der islamischen Eroberung nahezu unbehelligt; die neuen Herrscher brachten neue kulturelle und soziale Institutionen ins Land, erbauten Moscheen, Universitäten, Schulen, Krankenhäuser und vieles mehr.Diese Ausstellung, die sich mit der Kulturgeschichte im Gazastreifen von den Anfängen bis in die Neuzeit beschäftigt, ist mehr als die historische Darstellung eines bewegten Landstriches dieser Welt. Sie zeigt markante Beispiele eines reichen und vielfältigen kulturellen Erbes, das ohne Zweifel durch schwere Zeiten gegangen ist.Das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg bietet nun erstmals in Deutschland überhaupt die Gelegenheit, sich über die kulturhistorische Vergangenheit des Gazastreifens zu informieren.Rahmendaten:Ausstellung:        350 ExponateFläche:        ca. 700 qmLeihgeber:        Jawdat Khoudary, Privatsammler, GazaDépartement des Antiquités et du Patrimoine culturel palestinien (DACH) – die Palästinensische Antikenverwaltung, RamallahInszenierung:    auf zwei Etagen; thematisch aufgeteilt beginnt es auf der Galerie mit der     Chronologie; im großen Saal sind es dann die Schwerpunkte Kulturaustausch, Handel, Religionen und DialogInformationen:        www.gaza.naturundmensch.dePublikationen und BegleitprogrammUnd für das Schmökern zu Hause gibt es zum einen wissenschaftlichen Begleitkatalog 150 S., vollfarbig; Mus-Preis 14,- €); erschienen im Verlag Phillip von Zabern.Im Rahmen des Begleitprogramms steht diese Sonderausstellung vor allem bei unserem Familientag am Sonntag, 28. Februar 2010 von 10:00 – 16:30 Uhr im Mittelpunkt.Ein Museum ist ein Erlebnisort für die ganze Familie; besonders dann, wenn ein attraktives Angebot an Aktionen und Veranstaltungen zum Mitmachen lockt. Im Februar 2010 ist es wieder soweit: Das Landesmuseum Natur und Mensch lädt bei freiem Eintritt zum Besuch der Dauerausstellungen und der aktuellen Sonderausstellung ein. Auf dem Programm stehen Führungen – kindgerecht und anschaulich –, kreatives Gestalten und wie gewohnt ein besonderes Highlight für Jung und Alt!Prof. Dr. Mamoun Fansa stellt die Chronologie Gazas vor.

Ausstellungsankündigung:

Sonderausstellung
„Kalte Zeiten – warme Zeiten: Klimawandel(n) in Norddeutschland“
30. April bis 01. August 2010

Im deutschen Küstenraum wird die Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um etwa 2,5 ° Grad steigen. Die Sommer werden wesentlich heißer und trockener sein und die Winter faktisch verschwinden, jedoch ist mit häufigeren Starkregenereignissen zu rechnen. Höhere Niederschlagsmengen und der beschleunigte Anstieg des Meeresspiegels erfordern für die Unterläufe von Ems, Weser und Elbe dauerhafte Anpassungsmaßnahmen. Der aktuelle Generalplan Küstenschutz berücksichtigt bei der Neubemessung der Deiche bereits den zukünftigen Anstieg des Meeresspiegels mit 50 statt der üblichen 25 Zentimeter pro Jahrhundert. Langfristig muss der Küstenschutz jedoch völlig neue Strategien entwickeln.
Im Wattengebiet besteht bereits heute ein erhebliches Sanddefizit. Vielerorts kann die Strandlinie nur durch regelmäßige massive Strandaufspülungen gehalten werden. Langfristig führt diese Situation zu einer landwärtigen Verlagerung der Inseln und damit zu einer Verkleinerung des als Weltnaturerbe anerkannten Wattenmeeres.

Dieses Szenario und die allgemeine Berichterstattung in den Medien führen in weiten Kreisen der Bevölkerung zu erheblicher Verunsicherung. Das Landesmuseum Natur und Mensch wird sich deshalb vom 30. April bis 1. August 2010 im Rahmen einer Sonderausstellung mit dem Thema „Klimawandel“ beschäftigen. Auf einer Gesamtfläche von 740 Quadratmetern werden einerseits die Grundlagen und globalen Auswirkungen der globalen Klimaveränderungen behandelt. Andererseits gilt ein Schwerpunkt den Auswirkungen in Norddeutschland, wobei wiederum ein besonderer Fokus auf den Küstenraum gelegt wird.
Mit dieser Sonderausstellung spricht das Museum Jung und Alt gleichermaßen an, doch geht es auch besonders darum, Schulklassen für den Besuch zu gewinnen und die Schülerinnen und Schüler in ihrem sehr privaten Umfeld für die Thematik „Klima- und Umweltschutz“ zu sensibilisieren.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation zwischen dem Landesmuseum Natur und Mensch mit verschiedenen Instituten der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Die Ausstellung wird durch Mittel des Landes Niedersachsen sowie durch Zuwendungen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, der EWE-Stiftung sowie der Papier- und Kartonfabrik Varel finanziert.

v. li: Thomas Pyhel (DBU), Prof. Mamaoun Fansa, Dr. Carsten Rizau.

Buchvorstellung:

Tagungsband
„Klimawandel –
Globale Herausforderung des 21. Jahrhunderts“

Es sind Schlagzeilen, in denen „Horrorszenarien“ skizziert werden, welche die Menschen im Hinblick auf den Klimawandel verunsichern und erschrecken. „Dürrekatastrophe“, „Sintflut“ oder „Gletscherschmelze unbekannten Ausmaßes“ werden als Auswirkungen der Veränderungen des Klimas prognostiziert. Gleichzeitig entsteht durch eine derartige Berichterstattung der Wunsch nach Aufklärung und Antworten. Politik und Wirtschaft sind gefragt, mit Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit in Dialog zu treten.

Im Rahmen einer Fachtagung als Vorbereitung einer Sonderausstellung zum Thema „Klimawandel“ hat das Landesmuseum Natur und Mensch im Mai 2007 Klimaforscher, Geografen, Zoologen und viele Fachwissenschaftler mehr zur Diskussion über dieses aktuelle wie spannende Thema zusammen gebracht. Die Ergebnisse dieses wissenschaftlichen Austausches liegen nun mit dieser Publikation vor: anschaulich, unter Berücksichtigung des globalen wie regionalen Aspektes zeigt dieser Band Ursachen, Folgen und Maßnahmen gegen den Klimawandel auf.
Dabei geht es vor allem auch um die Rolle des Menschen in dem von ihm verursachten Problem. Das Buch ist somit mehr als eine Zusammenfassung eines Forschungsdialogs: Es bietet Anregungen für ein umweltbewusstes Handeln jedes Einzelnen.
Zu den Autoren zählen Forscherinnen und Forscher des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, des GKSS-Forschungszentrums, des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung sowie der Vogelwarte Helgoland.
Als Besonderheit werden in diesem Buch außerdem ausgewählte Vorträge der Tagung veröffentlicht, die speziell für Kinder und Jugendliche im Juli 2007 an der Carl von Ossietzky Universität veranstaltet wurde. Gerade die jungen Generationen sind es, die sich intensiv mit dem Problem des Klimawandels auseinandersetzt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) steht für die Förderung innovativer Vorhaben in Umwelttechnik, Umweltforschung, Naturschutz sowie Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz. Mit dem Projekt – sowohl Tagung, Publikation als auch die anstehende Sonderausstellung – trifft das Landesmuseum Natur und Mensch diese Schwerpunkte, so dass die finanzielle Unterstützung durch diese Stiftung übernommen wurde.

Die Publikation ist im Museumsshop und im Buchhandel für 19,90 €  erhältlich (ISBN 978-3-89678-988-4).